Burnout-Symptome

Zwischen trüber Asche und heller Glut – Die Symptome des Burnout-Syndroms

Symptome des Burnout-Syndroms: Z.B. Erschöpfung

Symptome des Burnout-Syndroms: Z.B. Erschöpfung

Am besten lässt sich der lange Weg durch die Höhen und Tiefen des Burnout-Syndroms mit einem 10-Kilometerlauf in untrainiertem Zustand vergleichen. Am Anfang steht eine gewisse grenzenlose Selbstüberschätzung gepaart mit einer völlig unangemessenen Leistungsbereitschaft.

Während des Laufs wechseln Phasen des Hochgefühls mit Momenten der Hoffnungslosigkeit, die effektive Leistung nimmt dabei stetig ab und wird zu einem verbissenen Kampf – Schuldzuweisungen gegenüber anderen werden zu Selbstzweifeln, Hoffnungsschimmer verwandeln sich in Verzweiflung, bis am Ende die totale Erschöpfung eintritt. Der Sieg – falls er denn unter diesen Umständen überhaupt errungen wurde – wird nicht mehr als solcher empfunden. Was bleibt ist Leere.

Das Phänomen Burnout ist erst seit wenigen Jahren bekannt und gilt aufgrund der Mannigfaltigkeit der individuellen Symptome eigentlich gar nicht als eigenständige Krankheit. Oft meinen Betroffene, an Depressionen zu leiden, doch der immer wiederkehrende Feuereifer und die Rastlosigkeit strafen diese Vermutung Lügen.

Im Gegensatz zur Depression tritt beim Burnout die völlige Erschöpfung erst im letzten Stadium ein. Vorher gibt es jedoch eine Reihe von Indizien, die einen Burnout nahelegen.

Ein typischer Weg in den Burnout

Burnout-Symptome: Zu hohe Leistung erbracht

Burnout-Symptome: Zu hohe Leistung erbracht

Das erste Anzeichen ist eine unangemessene Begeisterung oder Hingabe für einen bestimmten Lebensbereich – meistens ist das der Beruf. Deutlich wird das besonders an

  • einem übertriebenen Engagement
  • einer falschen Wahrnehmung von eigenen und fremden Bedürfnissen
  • Rastlosigkeit und Hyperaktivität.

Da der Körper so einen Zustand nicht dauerhaft aufrechterhalten kann, folgen darauf bald erste körperliche Anzeichen einer Überanstrengung, wie

  • Schlaflosigkeit
  • eine erhöhte Infektanfälligkeit
  • mangelnde Konzentration.

In diesem Zustand glaubt der Betroffene noch, seine Ziele erreichen zu können. Die Schuld an seiner zunehmend schlechter werdenden körperlichen wie geistigen Konstitution werden hauptsächlich anderen zugeschrieben. Es entsteht

  • eine wachsende Unzufriedenheit mit dem Grund des Übereifers (innere Kündigung)
  • mangelndes Verständnis für Kollegen, Mitmenschen und Umwelt
  • Gereiztheit und Launenhaftigkeit auch im Privatleben.

Die einzigen Lichtblicke sind Pausen vom enttäuschenden Arbeitsalltag. Menschen, die bereits an Burnout leiden, sind oft sprunghaft und tendieren zu diesem Zeitpunkt zu Kurzschlussreaktionen wie Last-Minute-Reisen oder spontanen Realisierungen immer wieder aufgeschobener Lebensträume. Die fehlende Anerkennung der erbrachten Leistung soll durch ein neues Auto, eine plötzliche Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes oder einer eigentlich zu teuren Nil-Kreuzfahrt aufgefangen werden.

Wenn ein wirkliches Abschalten und eine echte Erholung nicht mehr möglich sind, ändert sich das Selbstbild schlagartig.

  • Kritik, Unzufriedenheit und Schuldzuweisungen richten sich plötzlich nach innen, auf die eigene Person.
  • Angstzustände, Niedergeschlagenheit und Pessimismus werden zu immer häufigeren Begleitern in verschiedensten Alltagssituationen.
  • Eine latent aggressive, unberechenbare Grundhaltung wird ein ständiges Merkmal der Burnout-Persönlichkeit.

Schließlich resultiert die andauernde Überlastung und fehlende Erholung in einem deutlichen kognitiven Leistungsabbau und schwerwiegenden körperlichen Beschwerden, die allesamt auf psychosomatischer Ebene ablaufen.

Möglicherweise sucht der Betroffene nun selbst nach Hilfe. Wegen Verdauungsproblemen, Migräne oder Schlaflosigkeit. Wahrscheinlicher ist jedoch eine zunehmende Entfremdung mit sich und dem sozialen Umfeld, ein Rückzug in absolute Gleichgültigkeit oder tiefgreifende Verzweiflung, die schließlich die letzte Stufe des Burnouts darstellt und ernste seelische wie körperliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Variierende Symptome und Gemeinsamkeiten von Burnout-Patienten

Kaum eine Krankheit zeigt sich in der Realität so individuell wie der Burnout. Die Ausprägungen der unterschiedlichen Symptome sind sehr persönlichkeitsabhängig.

Burnout-Symptome: Wenn der Stein ins Rollen gerät

Burnout-Symptome: Wenn der Stein ins Rollen gerät

So machen sich bei geselligen, extrovertierten Menschen Stimmungsschwankungen und ein sozialer Rückzug leichter bemerkbar. Andere wiederum, die von Natur aus ein eher gesetztes Auftreten unter andauernder Selbstbeherrschung pflegen, empfinden eher Schuldgefühle und versuchen häufig, durch zweifelhafte Medikamente aus dem Drogeriemarkt ihre scheinbar unerklärlichen Schlafstörungen oder Muskelschmerzen zu unterdrücken.
Jeder Körper reagiert anders auf Stress und Überbelastung, dessen muss man sich bewusst sein, um einen Burnout zu erkennen.

Einige Merkmale sind jedoch allen Betroffenen gemein: Einerseits das ruhelose Streben nach mehr Leistung, mehr Erfolg und endlich mehr Anerkennung, andererseits Antriebslosigkeit, Unzufriedenheit und eine sehr, sehr große Müdigkeit.

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